Dienstag, 3. April 2018

Innere Emigration

unter diesem Schlagwort findet man im Zwischennetz fast nur Hinweise auf Schriftsteller, die sich in den verflixten zwölf GröFaZ-Jahren in sich selbst zurückgezogen haben. Daß diese Überlebensstrategie unter kommunistischer Herrschaften ebenfalls angewendet werden mußte, bleibt eher im Hintergrund.
Ohne meinen eigenen Gedanken "ein weltanschauliches Relief" (Wolf Schmidt) geben zu wollen, ist mir dieser Begriff von der "inneren Emigration" in den letzten Wochen und Monaten immer häufiger in den Sinn gekommen. Da sind auf der einen Seite der Zustände in der Politik "in diesem unseren Lande" und unseres Staates als solchem, die einen in die Verzweifelung treibt. Warum und für wen das alles betrieben wird, ist mir schleierhaft, zu wessem Wohle es auf keinen Fall geschieht, das sehe ich sehr wohl.
Ich habe als "schon länger hier Lebender" doch nur einen Duldungstitel, da ich Steuerzahler bin.

Mutter Kirche:
Was soll ich dazu noch schreiben?
In einem ungenannten Ruhrbistum, das sich bei Schließung und Abriß von Kirchengebäuden besonders hervorgetan hat, das pleite ist, denkt man nun über Kirchenneubauten nach, wie ich am Wochenende hörte.
Wie bitte?
Der Kreuzverleugner aus München will, daß die Christen mehr auf die Muslime zugehen.
... Entschuldigung! Was?
Card. Walter macht in Rom wieder den Kaschper!
Und über die uns hier vor Ort von Palmarum bis Ostersonntag zugemuteten Liturgieersatzangebote kann ich nur den Mantel des Schweigens hüllen.



Es sind nur zufällig ausgewählte Schlaglichter, die den Zusammenbruch meines bisherigen Lebens- und Referenzrahmens andeuten können.

Ich kann darüber nicht mehr Lachen oder Lächeln!
Mir ist das Lachen vergangen.
Ändern kann ich, wie ich nach Jahren des Tun und Kämpfens zur Kenntnis nehmen muß, nichts!

Ich habe andererseits weder Ambitionen in den politischen Untergrund zu gehen, noch bin ich von meiner kirchlichen Sozialisation her ein Anhänger der traditionellen Bruderschaften.
Wenn Konrad Beikircher von "normaler Glaube" im rheinischen Sinne spricht, dann ist damit Herkunft und Lebensgefühl genauestens getroffen.

Ich bin - und das als Rheinländer - sprachlos über das, was Regierungen in Stadt, Land und Kirche verzapfen, Zustände, die ich mir nur noch durch eine Art von "Negativauswahl beim Marsch durch die Institutionen" erklären kann. (Wer weiß, wie Ortsvereine von Parteien funktionieren, weiß, was ich damit ausdrücken will.)
 
So ziehe ich mich seit geraumer Zeit zurück. Lese Chesterton, Pieper und Co, pflege auf den kleinen verbliebenen Inseln musikalische und liturgische Biotope, so gut ich kann.
... und schweige, denn ich kann mich nicht mehr verständlich machen, da Verständnis für das, was gesagt werden müßte, fehlt.

Rückzug, innere Emigration, überwintern ...

So wird auch diese Seite "stiller" und vielleicht demnächst auch ganz verstummen.

Gehaben Sie sich wohl, werte Leser!

Montag, 26. März 2018

... Formulare, Formulare!!!

Man kann über die GEMA denken, was man will, sie ist nun mal da und solange man diesem Verwaltungsmoloch von gesetzgeberischer Seite eine "Schlankheitskur" verpaßt, wird sich daran nichts ändern. Das von den Gebühren kaum etwas bei den Künstlern ankommt (besonders nicht bei den "kleineren"), ist ebenso bekannt wie ärgerlich und ist eingentlich der Beweis für eine gravierende Fehlfunktion dieses Verwaltungsmolochs.
In jeder größeren Stadt gibt es eine Zentrale, die regelmäßig ihre Beobachter aussenden und dann bei "Fehlverhalten" der Veranstalter mit entsprechenden Protokollen und Gebührenbescheiden daherkommen.
Das trifft es dann schon mal eine Gruppe der Awo in Nordbayern, weil zwei Weihnachtslieder nicht im Rahmenvetrag waren oder einen Kindergarten in Wesel, weil man zu Karneval ...
Alles hätte entsprechend angemeldet werden müssen etc.pp.

Bisher waren die Kirchen fein raus, weil man einen entsprechenden Rahmenvertrag hatte, der über eine Pauschale einiges abdeckte.
Nun hat die GEMA nach 30 Jahren die Idee gehabt, die Gebühren pro Gemeinde/Jahr mal eben von 45,- € auf 75,- € zu erhöhen.
Das war dem VDD zuviel und hat nach Meldung des br jetzt den Rahmenvertrag zwischen GEMA und den Bistümern deutscher Zunge gekündigt.
Nun wird es Formulare regnen, jede Gemeindeveranstaltung muß bei entsprechender Beschallung angemeldet und auch bezahlt werden. Das wird die Ehrenämtler mit Freude erfüllen! Da wird so manches Pfarrfestteam einen Teil des Erlöses an die GEMA abführen dürfen. Formulare für alle, bis der Schreibtisch kracht.

Aber halt!

Sicherlich wird man dafür Abteilungen in den Generalvikariaten schaffen, die solche Dinge dann noch einmal prüfen und den Pfarrkindern mit Broschüren und Ausfüllhilfen zur Seite stehen werden.
Ich rieche neue Planstellen, neue Schreibtische, Erweiterungsbauten ...

Ich möchte ich an ein Lied von Reinhard Mey erinnern, das folgende, goldene Zeilen enthält:
" ... Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars,
Zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars,
Dessen Gültigkeitsvermerk von der Bezugsbehörde stammt
Zum Behuf der Vorlage beim zuständ‘gen Erteilungsamt ..."

Sonntag, 18. März 2018

Dummdreiste Lüge!



Bei kath.net ist nun ein weiteres "Detail" aus dem Brief aufgedeckt worden:
„Nur am Rande möchte ich meiner Überraschung über die Tatsache Ausdruck verleihen, dass unter den Autoren auch Professor Hünermann ist, der sich während meines Pontifikates damit hervorgetan hat, führende antipäpstliche Initiativen zu unterstützen. Er spielte eine relevante Rolle bei der Veröffentlichung der ‚Kölner Erklärung‘, welche im Zusammenhang mit der Enzyklika ‚Veritatis splendor‘ das päpstliche Lehramt massiv attackierte, besonders in Fragen der Moraltheologie. Ebenso war die „Europäische Theologengesellschaft“, die er gegründet hat, von ihm ursprünglich als eine Organisation der Opposition zum Päpstlichen Lehramt gedacht gewesen. Später hat das kirchliche Empfinden vieler Theologen diese Orientierung verhindert und ermöglicht, dass diese Organisation ein normales Instrument der Begegnung zwischen Theologen wurde.
Ich bin gewiss, dass Sie für meine Absage Verständnis haben werden, und ich grüße Sie herzlich."



Truth will out!