Sonntag, 12. November 2017

Kurzbetrachtungen 1

Gegenreformation I:
Die vatikanische Post gibt eine Briefmarke heraus, die ein Sujet der lutherischen (= antikatholischen) Malerei wiedergibt. Luther und Schwarzerd haben Maria und Johannes unter dem Kreuz abgelöst.

O tempora:
Die BRD hat inzwischen mehr akzeptierte Geschlechter als akzeptierte Meinungen.
(Von der Seite des Kirchenfahrters)

Vanitas:
Der Reanimateur der ehemals liberalen Mehrheitsbeschaffungsorganisation FDP (vulgo "Fast 3 %"), Christian Lindner, hat sein Wahlversprechen zum sog. NetzDG erst knapp sechs Wochen nach der Wahl gebrochen. Chapeau

Gegenreformation II:
Neues vom großen Vater aller Katholiken:
Die Erweiterung ignatianischer Leitungsideale auf die Gesamtkirche macht deutliche Fortschritte, selbstverständlich in aller Liebe, Demut und Barmherzigkeit ...

Donnerstag, 9. November 2017

Zerbrochene Krüge

"Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht." oder "Der zerbrochene Krug"?
Das Sprichwort steht, wenn wir einer weitverbreiteten Deutung folgen, für Verhaltensweisen oder Zustände, die letztlich zum Scheitern führen. Man darf sich aufgrund einiger Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes der letzten Jahre schon fragen, ob der Krug nicht schon etwas früher gebrochen sei. Wer aber einen letzten Beweis dafür brauchte, daß der bundesdeutschen Juristerei Augenmaß und gesunder Menschenverstand abhanden gekommen ist, dürfte ihn nun bekommen haben. Die Ideologie hat über den Blick in den Spiegel gesiegt!
Ach, ich vergaß: Iustitia hat man ja die Augen verbunden! Und außerdem halten die Hände Schwert und Waage. So ist auch die Möglichkeit eines vergewissernden Griffs in die Körpermitte nicht gegeben.

Doch auch Heinrich von Kleist darf in diesen Tagen nicht vergessen werden, wenn man den Weg betrachtet, der zur Einführung eines Ankreuzkästchens führte, der Leuten, die nicht wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, die Möglichkeit einräumt, ein deutsches Formblatt vollständig auszufüllen.
Nach Recherchen von Hadmut Danisch gibt es neben den juristischen Zweifelhaftigkeiten eventuell auch eine gewisse Verquickung zwischen einer Richterin des Senates und gewissen Kreisen, die für eine zahlenmässige Aufstockung der Geschlechter kämpfen.
Dorfrichter Adam, durch den Wolf des modernen Regietheaters gedreht, entbietet seinen Gruß als Marionette in einem "postbürgerlichen Trauerspiel"!

Und aus dem sich herbstlich lichtenden Staatsforst fliegen, von einem lauen Lüftchen getragen, die rot verfärbten Blätter zu uns herüber. Sie umtanzen uns im fröhlichen Reigen und der Wind singt dazu sein immer gleiches Lied vom Sieg der guten Sache.
Jucheee ... Jucheeeee ...

Dann lieber Löns/Künneke:




Montag, 30. Oktober 2017

Schöne Feiertage!

Seit Tagen werde ich diversen Geschäften immer wieder mit der Abschiedsformel: "Schöne Feiertage!" verabschiedet.
Schöne Feiertage?
Ja ist schon wieder Weihnachten oder was?

Die Protestanten mögen von mir aus gerne den nicht genau datierbaren Thesenanschlag, der auch höchstwahrscheinlich nicht von Luther vollbracht wurde, zum Anlaß nehmen, um der Kirchenspaltung zu Gedenken. Daß die theologischen Erkenntnisse und "Durchbrüche" außerdem kein großer Wurf des "einsamen Glaubensriesen" aus Wittenberg sind, sondern Gedankengut, welches durch Wycliff, Hus, die Devotio moderna etc. längst vorbereitet war und von anderen wesentlich konsequenter weitergeführt wurde (Siehe z. B. Zwingli und Calvin), ist in der Forschung hinlänglich beschrieben worden.
Was gibt es also nach dem Zusammenbruch der Allianz von Thron und Altar in den Restgebieten des 1918 untergegangenen Kaiserreiches eigentlich noch zu feiern?
Die Wandlung vom religiösen Skrupulanten zum Gelübdebrecher, Fresser und Weinsäufer?
Den Sieg der Fürsten über die aufständischen Bauern?
Mit dem Thesenanschlag beginnt eine Zeit, die den Völkern in Europa, Krieg, Tod und Verderben gebracht hat.
Wenn es etwas zu feiern gäbe, dann die sprachschöpferische Kraft des Dr. Martin Luthers und sein musikalisches Talent. Hier ist er auf einzigartige Weise "Kultur schaffend" gewesen.
Das kann man auch als Katholik würdigen und zwar zurecht.
Nicht recht sind jedoch die theologischen Wischiwaschi-Spielchen, die allenthalben stattfinden und selbst von Rom noch mitgemacht werden.
Sie vergessen die vielen Blutopfer.
Wenn die Reformation und die protestantische Bewegung in Europa so verträglich, brüderlich und so vereinbar mit dem katholischen Glauben wäre, was sind dann die Glaubenszeugen, die Habe, Heimat und Leben gelassen haben? Ware Sie einfach uninformiert, vielleicht ein wenig zu Tradi oder gar fanatisch verblendet? Das ist die eigentliche logische Konsequenz: Thomas Morus wäre dann einfach nicht genug Realpolitiker gewesen und die Martyrer von Gorkum Opfer ihrer Gruppendynamik?
Mit ein wenig mehr Liebe und Freude, nicht wahr ...

Kann es sein, daß unserer (noch) kuscheligen Konsensgesellschaft die Geschichte einfach nur peinlich ist, weil sie nicht ins selbstgezimmerte Weltbild passen will, weil sie als "Schnee von gestern" angesehen wird oder ist es blanke Unwissenheit?
Ich als "Steinzeitmensch" (um einen Begriff des geschätzen Dilettantus zu übernehmen) sehe keinen Grund zum Feiern, für Lutherdrops und Festgottesdienste.
In Brüssel haben junge Katholiken gegen die Predigt eines Protestanten in der Bischofskirche angebetet und sind deswegen von der Polizei abgeführt worden.
Unversöhnliche Tradis oder notwendige Besinnung?
Es wäre an der Zeit, sich redlich zu begegnen, in Buße und Reue und keine falsche und nicht bestehende Gemeinsamkeit oder Gemeinschaft herbeizureden und zu -scheiben.
Die Trennung muß in aller Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit als Verlust der Gemeinschaft benannt und akzeptiert werden.
Bitten wir Gott darum, daß er uns die Einsicht unserer Fehler schenkt und das heilt, was Menschen mutwillig aufgegeben und zerstört haben.
Möge er uns die Kraft zu Umkehr und Buße schenken.
Nutzen wir den Reformationstag dazu.
Nutzen wir den Allerheligen dazu, Gott für die vielen Zeugen zu danken.
Beten wir für alle armen Seelen, die unser Gebet so dringend brauchen.